Sonnenschutzmittel

Haut und Sonne

Sonnenschutzmittel © Firma V - stock.adobe.comSonnenschutzmittel enthalten Filtersubstanzen, die die schädliche Wirkung der UV-Strahlung abschwächen bzw. die Strahlen gar nicht bis in die tieferen Hautschichten durchlassen.

UV-Filter

Die Wirkung der Filtersubstanzen beruht auf zwei unterschiedlichen Prinzipien: Entweder es handelt sich um chemische UV-Filter oder um physikalische UV-Filter. Bei chemischen UV-Filtern bilden organische Substanzen die Grundlage. Diese nehmen energiereiche UV-Strahlung auf und wandeln sie in energieärmere Strahlung und Wärme um. Der physikalische Lichtschutz, präziser ist der Begriff mineralischer Lichtschutz, funktioniert mittels Reflexion. Hier sind dem Sonnenschutzmittel mikroskopisch kleine Partikel beigemischt, die dafür sorgen, dass die UV-Strahlung reflektiert oder gestreut wird und gar nicht erst in tiefere Hautschichten gelangen kann. Bei entsprechender Schichtdicke lassen sich auf diese Weise die schädlichen UV-Strahlen fast komplett abblocken. Solche Präparate werden daher auch als „Sunblocker“ bezeichnet.

Um einen breiten UV-Schutz zu gewährleisten, werden in den meisten bei uns gängigen Sonnenschutzpräparaten chemische und physikalische Filtersubstanzen kombiniert. Das ist entsprechend auch auf den Produkten gekennzeichnet.

Lichtschutzfaktor

Entscheidend für die Schutzwirkung des Produkts ist ein hoher Lichtschutzfaktor. Außerdem sollte sowohl der Schutz vor UV-A als auch vor UV-B-Strahlen gewährleistet sein. Der Lichtschutzfaktor (abgekürzt: LSF, im Englischen: sun protection factor, SPF) wird nach einer international einheitlichen Methode bestimmt und reicht von 6 bis 50+. Je höher die Zahl, desto besser der Schutz. Um dies für die Verbraucher noch eindeutiger zu machen, hat man den Faktoren Schutzkategorien zugeordnet (siehe Tabelle), die ebenfalls auf dem Produkt angegeben sind. Für Kinderhaut empfiehlt sich mindestens LSF 30, noch besser ist LSF 50+.

Sonnenschutzmittel© macrovector - freepik.com

Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln

Schutzfaktor (LSF) und Schutzkategorie
LichtschutzfaktorSchutzkategoriefür Kinder geeignet
LSF: 6, 10 niedriges Schutzniveau cancel 48
LSF: 15, 20, 25 mittleres Schutzniveau cancel 48
LSF: 30, 50 hohes Schutzniveau accepted 48
LSF: 50+ sehr hohes Schutzniveau accepted 48

Darreichungsform

Was die Schutzwirkung betrifft, sollte die Produktwahl immer zugunsten des höheren Lichtschutzfaktors ausfallen. Hinsichtlich der Darreichungsform gibt es keine eindeutige Empfehlung. Ob Creme oder Lotion, Mikroemulsion in Form von Spray, Sonnenöl oder fettfreie Gele – hier hängt die Entscheidung letztendlich von persönlichen Vorlieben und Erfahrungswerten ab. Dabei sind meistens die enthaltenen Hilfs- und Zusatzstoffe maßgeblich. Wer eine empfindliche Haut hat und zu Allergien neigt, sollte z. B. bei Produkten mit bestimmten Duft- und Konservierungsstoffen vorsichtig sein. Allergiker und Hautpatienten, die diesbezüglich unsicher sind, sollten sich auch beim Thema Sonnenschutz dermatologisch beraten lassen.

Sonnenschutzmittel bei empfindlicher Haut

Sonnenschutzmittel empfindliche Haut© rh2010 - stock.adobe.comAlle kosmetischen Mittel, dazu gehören auch Sonnenschutzmittel, werden gemäß der Kosmetikverordnung geprüft und gelten als sicher. Dennoch können unerwünschte Nebenwirkungen wie z. B. allergische Reaktionen auf einzelne Substanzen in den Kosmetika niemals gänzlich ausgeschlossen werden. Betroffen sind hiervon vor allem Menschen mit sehr empfindlicher oder vorgeschädigter Haut.

  •   Wenn Sie zu Allergien neigen, eine Hauterkrankung haben oder unsicher sind, was das beste für Ihre Haut ist, lassen Sie sich auch beim Thema Sonnenschutz dermatologisch beraten.
  •   Wenn Sie ganz bestimmte Substanzen meiden möchten, schauen Sie sich die Liste mit den Inhaltsstoffen genau an. Sämtliche Stoffe, die in Kosmetika zum Einsatz kommen, müssen auf der Verpackung entsprechend der internationalen Nomenklatur INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) verzeichnet sein. Informationen dazu finden Sie unter: www.haut.de/inhaltsstoffe-inci

Anwendung

Bei der Wahl eines Sonnenschutzmittels spielt auch die gute Anwendbarkeit eine Rolle. Denn eine Creme, die sich nur schlecht verteilen lässt oder einen klebrig-öligen Film hinterlässt, wird wahrscheinlich nicht ausreichend und zu selten aufgetragen – doch häufiges, gründliches Eincremen ist Pflicht.

Tragen Sie das Sonnenschutzmittel am besten, bevor es in die Sonne geht, auf alle unbedeckten Körperstellen auf. Seien Sie dabei nicht zu sparsam. Wenn Sie mit einer Flasche oder Tube durch den Sommer kommen, haben Sie entweder konsequent die Sonne gemieden oder sich nicht ausreichend geschützt. Ermittelt und überprüft wird die auf dem Produkt angegebene Schutzwirkung unter Anwendung von 2 Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut. Das heißt, ein Erwachsener benötigt je nach Körpergröße ungefähr 20 bis 30 Gramm, um sich komplett einzucremen. An einem Sonnentag sollte der Sonnenschutz mehrmals erneuert werden, insbesondere beim Sport und beim Baden muss regelmäßig nachgecremt werden. Rechnet man mit 3-mal Eincremen pro Tag, dann reicht eine Flasche in handelsüblicher Größe mit 200 Milliliter Inhalt keine drei Tage.

Haltbarkeit von Sonnenschutzmitteln

  •   Auf allen Kosmetikprodukten ist ein Haltbarkeitsdatum zu finden. Meist ist es das Symbol eines geöffneten Tiegels mit z. B. der Angabe 12 M. Das bedeutet: Das Produkt ist nach dem Öffnen 12 Monate haltbar. Ist dieses Datum überschritten, lässt möglicherweise die Schutzwirkung nach. Tipp: Schreiben Sie das Öffnungsdatum auf Flasche oder Tube.
  •   Die Haltbarkeit von Sonnenschutzmitteln hängt außerdem stark davon ab, wie sie gelagert werden. Liegt das Produkt lange in der Sonne, zersetzt es sich schneller und der Lichtschutz lässt nach. Verwenden Sie die Produkte nicht mehr, wenn sich ihre Konsistenz, Farbe oder der Geruch verändert haben.
  •   Bei Tuben und Flaschen, die an der Öffnung durch z. B. Sand verunreinigt sind, besteht die Gefahr, dass der Inhalt verkeimt ist. Verwenden Sie keine verschmutzten Präparate.

Verträglichkeit der Filtersubstanzen

Immer wieder gibt es Meldungen, dass bestimmte chemische UV-Filter gesundheitlich bedenklich sind oder sich die in den mineralischen Filtern enthaltenden winzigen Partikel im Organismus anreichern können. Dazu sollte man zunächst folgendes wissen: Generell müssen alle Substanzen, die in den bei uns erhältlichen Sonnenschutzmitteln eingesetzt werden – so auch die UV-Filter –, in der EU zugelassen und in einer Positivliste der Kosmetikverordnung aufgeführt sein. Das heißt, Sicherheit und Verträglichkeit der Substanzen wurden von unabhängigen Experten bestätigt und werden zudem nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen stets neu bewertet. Gegebenenfalls müssen dann einzelne Filtersubstanzen von der Liste gestrichen werden oder es werden welche hinzugefügt. In Deutschland gehört dies u. a. zu den Aufgaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Bedenken bei chemischen UV-Filtern: Prinzipiell können chemische Filter, da sie in die Haut eindringen, Auslöser einer allergischen Reaktion sein. Dieses Risiko wird jedoch allgemein als sehr gering eingeschätzt. Fragwürdig ist der Einsatz bestimmter chemischer UV-Filter aus einem anderen Grund: Einige Substanzen können, wenn sie in größeren Mengen über die Haut aufgenommen werden und sich im Organismus anreichern, eine hormonähnliche Wirkung haben. Ob und welche Folgen dies für unsere Gesundheit hat, ist umstritten. Die derzeitige Studienlage und Experteneinschätzungen dazu sind nicht eindeutig. Die Environmental Working Group (EWG), eine US-amerikanische Non-Profit-Umweltorganisation, hat versucht, auf Grundlage der vorliegenden Studien den aktuellen Erkenntnisstand zusammenzufassen. Derzeit gibt es vor allem Bedenken gegen den chemischen UV-Schutzfilter Oxybenzon. Er hat, wenn er in größeren Mengen über die Haut aufgenommen wird, das Potenzial, den Hormonspiegel zu beeinflussen. Dies wird insbesondere für Kinder, deren Haut natürlicherweise noch durchlässiger ist, als kritisch bewertet. Da Oxybenzon außerdem auch noch ein gewisses allergisches Potenzial besitzt, empfiehlt die EWG den Verbrauchern, Sonnenschutzmittel mit Oxybenzon zu vermeiden. (https://www.ewg.org/sunscreen/report/the-trouble-with-sunscreen-chemicals/)

Bedenken bei mineralischen UV-Filtern: Weil mineralische UV-Filter nicht über die Haut aufgenommen werden und in den Körper gelangen, schneiden sie bei den Verträglichkeitsbewertungen besser ab. Allerdings hinterlassen diese Sonnenschutzmittel einen weißen Film auf der Haut. Diesen „Weißeffekt“ versucht man zu vermeiden, indem die Stoffe noch kleiner, d. h., nicht als Mikro-, sondern als Nanopartikel eingesetzt werden. Um eine Vorstellung von der Winzigkeit dieser Partikel zu bekommen: Nanopartikel haben die Größe von 1 bis 100 Nanometern, wobei 1 Nanometer der millionste Teil eines Millimeters ist. Aufgrund dieser geringen Größe ist die Verwendung von Nanopartikeln in Kosmetikprodukten allerdings heikel. Denn Nanopartikel können sehr wohl z. B. bei verletzter, kranker oder stark trockener Haut in den Körper eindringen. Wie unser Körper darauf reagiert, insbesondere wenn sich Nanopartikel im Organismus anreichern, darüber ist noch viel zu wenig bekannt. Hinsichtlich der in Sonnenschutzmitteln verwendeten Nanopartikel wird jedoch erst einmal Entwarnung gegeben. Gesunde Haut bildet eine ausreichende Barriere und lässt auch die Nanopartikel nicht in den Körper. Das BfR hat die Verwendung von Nanopartikeln aus Zinkoxid und Titanoxid, den gängigsten mineralischen UV-Schutzfiltern, als unbedenklich eingestuft.

Ohne Zweifel besteht also noch jede Menge Forschungsbedarf zu den Eigenschaften einzelner UV-Filtersubstanzen. Eindeutige Empfehlungen für bestimmte UV-Filtersubstanzen gibt es derzeit nicht.

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