Sonnenschutzmittel

Durch das Auftragen von Sonnenschutzmitteln kann die gesundheitsschädigende Wirkung der UV-Strahlung abgeschwächt werden. Hinsichtlich der Art des Schutzfilters und der Schutzwirkung gibt es deutliche Unterschiede. Außerdem sind Sonnenschutzprodukte in verschiedenen Darreichungsformen, als Cremes und Lotionen, fett- und emulgatorfreie Gele oder Sprays erhältlich. Manche der Produkte sind wasserfest, einige enthalten noch zusätzliche hautpflegende und -schützende Wirkstoffe,wie z. B. Vitamin E. Deshalb ist es wichtig bei der Wahl eines geeigneten Sonnenschutzmittels auf die Produktinformationen zu achten.

  Lichtschutzfaktor

Der auf Sonnencremes aufgeführte Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel länger sich der Anwender eingecremt in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand davonzutragen. Vergleichsbasis ist dabei die Eigenschutzzeit der Haut, die je nach individuellem Hauttyp stark variiert: Die Haut einer Person vom Hauttyp I, das sind Menschen mit roten oder blonden Haaren, blauen Augen und hellem Teint, hat eine Eigenschutzzeit von ungefähr fünf bis zehn Minuten. Setzt sich jemand dieses Hauttyps länger ungeschützt der prallen Sonne aus, riskiert er gefährliche Sonnenbrände. Mit einer Sonnencreme mit Schutzfaktor 20 kann diese Person bei ausreichendem und rechtzeitigem Auftrag ihre Verweildauer in der Sonne auf maximal 1,5 bis 3 Stunden ausdehnen.

Lichtschutzfaktor Schutzkategorie für Kinder geeignet
6, 10 niedrig (low)
15, 20, 25 mittel (medium)
30, 50 hoch (high)
50+ sehr hoch (very high)

Der Lichtschutzfaktor wird nach einer international einheitlichen Methode bestimmt und überprüft. Für uns Verbraucher kann er immer nur ein Richtwert sein und ist nicht Grundlage minutengenauer Berechnung zur eigenen Sonnenschutzzeit. Zur besseren Orientierung ist man auf Empfehlung der EU-Kommission daher immer mehr dazu übergegangen, den Lichtschutzfaktoren Schutzkategorien zuzuordnen, die deutlich sichtbar auf der Verpackung des Produkts angegeben sind. Außerdem ist der Begriff Lichtschutzfaktor an sich schon irreführend, da er lediglich eine Kennzahl für die Schutzleistung des Produkts gegenüber der sonnenbrandauslösenden UV-B-Strahlung ist. Er macht keine Aussagen über den qualitativen oder quantitativen Schutz vor den längerwelligen UV-A-Strahlung.

Um deutlich zu machen, dass ein Produkt ebenfalls vor den schädigenden UV-A-Strahlen schützt, ist es mit dem kreisförmigen UV-A-Logo gekennzeichnet.


  UV-Filter

Die Wirkung von Sonnenschutzmitteln basiert im wesentlich auf zwei unterschiedlichen Prinzipien: auf chemischem oder physikalischem Lichtschutz.

Beim chemischen Lichtschutz wird die Haut dadurch geschützt, dass in dem Sonnenschutzprodukt organische Verbindungen gelöst sind, die als Filter fungieren. Das bedeutet, die Filtersubstanzen sind in der Lage, UV-Strahlung einer bestimmten Wellenlänge aufzunehmen und in andere Energieformen (z. B. Wärme) umzuwandeln. Damit das Sonnenschutzmittel über das gesamte Spektrum der UV-B- und UV-A-Strahlung schützt, werden verschiedene Substanzen kombiniert. Alle chemischen Filter, die heutzutage für Sonnenschutzprodukte verwendet werden, sind sonnenstabil und toxikologisch unbedenklich. Das Risiko, dass sie allergische Reaktionen auslösen können, ist dadurch sehr gering. Aus einem anderen Grund sind einige chemische Filter jedoch umstritten und haben deshalb insbesondere nichts in Sonnenschutzmitteln für Kinder zu suchen. Die Filtersubstanzen Butyl Methoxydibenzolmenthane, Octocrylene und Ethylhexyl Methoxycinnamate stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass das Auftragen von Sonnenschutz nicht nur lästig ist, sondern auch Spaß machen kann.

Physikalischer Lichtschutz hingegen beruht auf dem Prinzip der Reflexion: die Sonnenschutzprodukte bilden eine Schutzschicht auf der Haut an der die Strahlung abprallt. Da hierfür mineralische Filter eingesetzt werden, bezeichnet man diese Methode auch als mineralischen Lichtschutz. Bei den mineralischen Lichtschutzsubstanzen handelt es sich um winzige Partikel der Pigmente Titanoxid oder Zinkoxid. Sie wirken wie kleine Spiegel, an denen die Strahlung reflektiert oder gestreut wird, so dass sie gar nicht erst in tiefere Hautschichten eindringen kann. Bei entsprechender Schichtdicke lässt sich so die UV-Strahlung ziemlich gut abblocken. Der Nachteil: Eine solche Creme hinterlässt einen weißen Film auf der Haut. Um diesen "Weißeffekt" zu minimieren, werden winzig kleine, sogenannte Nanopartikel, verwendet. In vielen Bereichen gilt der Einsatz von Nanopartikeln als problematisch, weil man noch zu wenig über ihre Wirkung im menschlichen Organismus weiß. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die Verwendung von Nanopartikeln aus Titanoxid und Zinkoxid in kosmetischen Produkten als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, da die Partikel in den oberen Hautschichten verbleiben und nicht in den Organismus gelangen.

Welches der beiden Lichtschutzsysteme das Bessere ist, dazu gibt es kein eindeutiges Expertenvotum. Beide haben abhängig von Art und Menge der eingesetzten Filtersubstanzen sowohl hinsichtlich der Schutzwirkung als auch der Verträglichkeit ihre Vor- und Nachteile. Einige neuere Sonnenschutzprodukte bauen daher auf den kombinierten Einsatz von chemischen und physikalischen UV-Filtern. Das Konzept scheint erfolgversprechend. Solche Sonnenschutzmittel zeigen in der Regel weniger unerwünschte Wirkungen und erreichen eine hohe Schutzleistung.

Bei der Optimierung der Sonnenschutzmittel spielt neben den enthaltenen Wirkstoffen auch die Konsistenz und Beschaffenheit des Produktes eine wichtige Rolle. Für die Schutzwirkung ist u. a. von Bedeutung, dass ein Sonnenschutzmittel leicht aufzutragen ist, damit nach einer kurzen Einwirkzeit die Filtersubstanzen gleichmäßig in und auf der Haut verteilt sind und möglichst lange wirken können. Nach einer gewissen Zeit sind die Filtersubstanzen jedoch "verbraucht", so dass die Sonnenschutzmittel an Wirksamkeit verlieren, d. h., es muss regelmäßig nachgecremt werden.

  Darreichungsformen

Für die Bezeichnung "wasserfest" gilt eine europaweit einheitliche Regelung: Produkte gelten nur dann als "wasserfest", wenn der nach zweimal 20 Minuten Wasserkontakt gemessene Lichtschutzfaktor mindestens noch halb so hoch ist wie vor dem Wasserkontakt. Für die Bezeichnung "extra wasserfest" muss dies noch nach viermal 20 Minuten Wasserkontakt erfüllt sein.

Die Grundlage einer jeden Hautcreme ist ein Gemisch aus Fett und Wasser, dem die gewünschten Wirkstoffe sowie weitere Hilfs- und Zusatzstoffe beigefügt werden, um bestimmte Eigenschaften zu erzielen. Das gilt auch für Sonnenschutzmittel. Abhängig von der Zusammensetzung der Fett- und Wasseranteile gibt es die Produkte als Creme oder Lotion, Mikroemulisonen in Form von Sprays, stark fetthaltige Sonnenöle, wasserfreie Wachsstifte oder auch fettfreie Gele. Bei der Wahl einer passenden Darreichungsform sollte man neben den Anwendungsvorlieben auch auf die Bedürfnisse und Beschaffenheit der Haut achten. So sind beispielsweise sehr fett- oder ölhaltige Produkte für Haut, die zu Unreinheiten oder zur sogenannten Mallorca-Akne neigt, weniger geeignet. Hier ist man mit fettfreien Sonnengelen auf Wasserbasis gut beraten. Menschen mit eher trockener und empfindlicher Haut kommen in der Regel gut mit sensitiven, fett- und feuchtigkeitsspendenden Sonnenlotionen zurecht und auch mit Sonnenschutzprodukten, die speziell für Baby- und Kinderhaut ausgelobt sind. An diese Produkte werden besonders hohe Anforderungen gestellt.

  Sonnenschutzmittel für empfindliche Babyhaut

Produkte, auf denen Sie das DHA-Logo finden, wurden auf Ihre Verträglichkeit für Hautpatienten und Allergiker untersucht und von unabhängigen Gutachtern positiv bewertet.

Diese Sonnenschutzprodukte für Babyhaut sind mit dem DHA-Siegel ausgezeichnet.

Mehr Informationen: Bübchen Sonnenschutz

Zum Schutz der empfindlichen und meist trockenen Kinderhaut werden sensitive, fett- und feuchtigkeitsspendende Sonnenschutzprodukte empfohlen. Ist absehbar, dass Kinder mit Wasser in Kontakt kommen, sollten auf jeden Fall wasserfeste Sonnenschutzmittel aufgetragen werden. Außerdem gelten folgende Empfehlungen für die Produktwahl zum Sonnenschutz für Babys und Kinder:

  • Die Produkte sollten durch kombinierte Schutzfilter optimalen Schutz bieten und müssen sowohl vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützen.
  • Nehmen Sie nur Produkte, die einen Lichtschutzfaktor von 30, 50 oder 50+ ausweisen.
  • Bevorzugen Sie wasserfeste oder sogar extra wasserfeste Produkte.
  • Empfehlenswert sind Produkte mit Sofortschutz, die direkt ohne längere Einwirkzeit wirken.
  • Achten Sie darauf, dass die Produkte dermatologisch geprüft sind und Fachleute sie als besonders verträglich und für empfindliche Babyhaut geeignet bewerten.
  • Ideal sind Produkte, die die Haut gleichzeitig pflegen und ihr Feuchtigkeit zuführen.
  • Werfen Sie einen kritischen Blick auf die Liste mit den Inhaltstoffen: Wählen Sie für Säuglinge sensitive Produkte, die frei von Parfum sind und außerdem keine Farb- und Konservierungsstoffe enthalten.
  • Achten Sie darauf, dass keiner der chemischen Filter Butyl Methoxydibenzolmenthane, Octocrylen oder Ethylhexyl Methoxycinnamate enthalten ist. Diese UV-Filter stehen im Verdacht eine hormonähnliche Wirkung zu haben.
  • Etwas älteren Kindern sollten Sie vermitteln, wie wichtig der gewissenhafte Hautschutz ist. Zeigen Sie ihnen, dass das Auftragen von Sonnenschutz nicht nur lästig ist, sondern auch Spaß machen kann. Abgestimmt auf die empfindliche Kinderhaut gibt es Produkte für Kids im fröhlichen Design, z. B. im Spray-Format und mit frischem Duft.
  • Zu guter Letzt sollte sich das Sonnenschutzmittel leicht und gleichmäßig auf die Haut auftragen lassen und gut einziehen. Denn Kinder sind nicht gerade geduldig, wenn es ums Eincremen geht.

  Anwendungshinweise

Zeigen Sie Ihren Kindern, dass das Auftragen von Sonnenschutz nicht nur lästig ist, sondern auch Spaß machen kann.

Gott sei dank wissen die meisten inzwischen, wie wichtig ein ausreichender UV-Schutz ist und sind bei längerem Sonnenaufenthalt mit Hut, Sonnenbrille und Sonnenmilch ausgestattet. Ein Fehler unterläuft vielen aber doch: Sie gehen zu sparsam mit dem Sonnenschutzmittel um. Nach dem Motto "Lieber zu viel als zu wenig" sollten Sie Sonnencreme, -spray oder -lotion immer großzügig auftragen. Nur so kann die auf der Packung angegebene Schutzwirkung tatsächlich erreicht werden. Produktprüfungen zur Ermittlung des Schutzfaktors erfolgen mit 2 Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Als Faustregel können Sie sich merken: zum Eincremen eines zweijährigen Kindes benötigt man einen großen Esslöffel voll Sonnencreme, Erwachsene brauchen etwa die vierfache Menge. Nimmt man einen Kaffeelöffel als Maß, so reicht die Menge gerade mal zum Eincremen des Gesichts.

Denken Sie auch daran, dass die meisten Sonnenschutzmittel etwa 30 Minuten einwirken müssen, bevor sie verlässlichen Schutz bieten. Es sei denn, der Sofortschutz ist extra auf den Produkten ausgewiesen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie wirklich alle Hautflächen gut eincremen und nicht z. B. die Ohren oder Fußrücken vergessen. Nach jedem Wasserkontakt, sei es nach dem Baden, Planschen oder auch Abspritzen mit dem Gartenschlauch, muss der Sonnenschutz - auch bei wasserfesten Sonnencremes - immer erneuert werden.