Sonnenschutz

Wie gefährlich der sorglose Umgang mit der Sonne ist, zeigen die aktuellen Zahlen zu den Hautkrebsneuerkrankungen in Deutschland. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 224.000 Menschen neu an Hautkrebs, davon 198.000 an weißem Hautkrebs (Basalzell- oder Stachelzellkrebs) und 26.000 Menschen an dem besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom). Die einzige Möglichkeit sich und seine Kinder vor einer Hautkrebserkrankung zu schützen, besteht in konsequentem Sonnenschutz.

  UV-Index

UV-Check per Internet und Handy

Der UV-Index wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strahlenschutz für verschiedene Regionen Deutschlands, Europas und der Welt vorhergesagt und kann im Internet abgefragt werden: DWD-UV-Index, Bfs-UV-Index

Wenn Sie genau wissen wollen, wie lange Sie sich ungefährdet zur aktuellen Tageszeit in Ihrem Urlaubsort in der Sonne aufhalten können, dann nutzen Sie das mobile Service-Angebot des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) und des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR). Eine kurze SMS, und schon kommt z. B. die Empfehlung: heller Hauttyp, Lichtschutzfaktor 10, aktuelle Eigenschutzzeit der Haut: 1 Stunde 48 Minuten.

Die Informationen kommen direkt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR wertet meteorologische Satellitendaten über die tagesaktuelle Ozonschicht nach der effektiven Sonnenbestrahlung aus und verbindet diese Daten mit einem Nutzerprofil, das jeder unter www.uv-check.de anlegen kann. Im Urlaubsort lässt sich dann über das Mobiltelefon die aktuelle UV-Eigenschutzzeit im gesamten Gebiet Europas für den persönlichen Hauttyp per SMS abfragen.

Viele Menschen schätzen die Intensität der UV-Strahlung falsch ein. So mancher denkt nicht daran, dass auch bei bewölktem Himmel Schutzmaßnahmen notwendig sind, oder dass in den Bergen die Strahlung stärker ist als in Höhe des Meeresbodens. Mit welcher Intensität die Strahlen auf die Erdoberfläche auftreffen, hängt von vielen Faktoren ab. So spielt der Einfallswinkel der Strahlen eine Rolle. Je steiler die Sonne am Himmel steht, desto größer die UV-Belastung. Folglich wächst sie je näher man dem Äquator kommt, ist in unserer Region im Sommer stärker als im Winter und erreicht in der Mittagszeit ihren Höhepunkt. Entscheidend ist außerdem, wie stark die Strahlen abgeschirmt werden können. Das wird zum einen durch die Dichte der Bewölkung beeinflusst aber auch durch die Höhenlage. Da in den Bergen die Luftschicht dünner ist, nimmt die UV-Intensität in 1.000 Höhenmetern um etwa 10 bis 15 Prozent zu. Neben der geographischen Lage, Jahres-, Tageszeit sowie Wetterlage gibt es einen weiteren wichtigen Faktor: Streuung und Reflexion der Strahlen. Dadurch kann am Wasser und im Schnee eine um über 80 Prozent höhere UV-Strahlung erreicht werden. Auch heller Sand kann, wenn auch nicht so stark wie Wasser, Sonnenstrahlen reflektieren und die UV-Belastung erhöhen.

Wer all dies bei seiner Sonnenschutzplanung berücksichtigen will, muss schon ein Strahlenexperte sein. Hilfe bietet der international einheitliche UV-Index. Auf Grundlage von regelmäßigen UV-Strahlenmessungen an verschiedenen Messtationen gibt der UV-Index unter Berücksichtigung von der geographischen Lage, der Tages- und Jahreszeit sowie der Dicke der Ozonschicht den Tagesspitzenwert der erwarteten UV-Strahlung an. Die Werteskala reicht von 0 bis 12, von niedriger bis extrem hoher Belastung. Kennt man diesen Wert, so kann man sich rechtzeitig auf den richtigen UV-Schutz vorbereiten.

  Eigenschutz der Haut

Es gibt keine allgemeine Formel nach der sich berechnen ließe, ab welcher Strahlenintensität und Bestrahlungsdauer die Haut Rötungen zeigt und sich ein Sonnenbrand entwickelt. Das kann bei dem einen bereits nach wenigen Minuten, bei dem anderen auch erst nach einer halben Stunde der Fall sein. Das liegt daran, dass die hauteigenen Schutzmechanismen unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Ein wichtiger Schutz ist der Hautfarbstoff Melanin, der von den Pigmentzellen gebildet wird und für die Hautbräune verantwortlich ist. Als Sofortschutz sorgen UV-A-Strahlen dafür, dass die vorhandenen Pigmente in die äußeren Hautschichten transportiert werden. Die Haut zeigt unmittelbar nach der Bestrahlung eine leichte Bräune. Eine anhaltendere Erhöhung des Eigenschutz wird durch UV-B-Strahlen bewirkt. Sie regen zum einen die Melaninproduktion an. Auch dies führt zur Bräunung der Haut, was aber erst nach ein paar Tagen sichtbar wird. Zum anderen kommt es durch anhaltende UV-B-Strahlung zu einer Verdickung der obersten Hautschicht (Hornschicht). Es entwickelt sich eine sogenannte Lichtschwiele, durch die die UV-Strahlen weniger leicht eindringen können. Bis sich eine Lichtschwiele ausgebildet hat, die den Eigenschutz nennenswert verbessert, dauert es allerdings etwa zwei Wochen.

Wie empfindlich der Einzelne auf die UV-Strahlung reagiert, hängt also sowohl von der Sonnengewöhnung als auch von der hauteigenen Pigmentierung ab.

  Hauttypen

Menschen mit einer hellen Haut, hellen Haaren und Augen besitzen insgesamt weniger Melanin als Menschen mit dunklerem Teint und entwickeln folglich schneller einen Sonnenbrand. Um die eigene Sonnenempfindlichkeit ungefähr einschätzen zu können, kann man sich an der nebenstehenden Einteilung der Hauttypen orientieren. Die Übergänge sind dabei fließend.

  Baby- und Kinderhaut

Für Kinder gibt es eine solche Einteilung nicht. Die Eigenschutzmechanismus der menschlichen Haut entwickeln sich erst nach und nach. Die Lichtschwiele ist noch nicht ausgeprägt und bis die Haut die vollständige Fähigkeit zur Bräunung erreicht, dauert es bis zum Teenageralter. Baby- und Kinderhaut muss deshalb durch äußere Maßnahmen vor den Strahlen geschützt werden.

In Australien, Vorreiterland in Sachen Sonnenschutz, lernen Kinder mit einem einfachen Slogan, wie vernünftiger Sonnenschutz aussehen sollte: "Slip, slop, slap, seek shadow and slide!" "Slip" dir ein T-Shirt an, "slop" dir Sonnencreme auf die Haut, "slap" dir einen Hut auf, suche Schatten und "slide" dir die Sonnenbrille vor die Augen.

  Schatten

Schatten, der bevorzugte Platz für Kinder.

Bei strahlendem Sonnenschein ist der Platz im Schatten eine Wohltat für die Haut. Insbesondere wenn die Sonne zur Mittagszeit, zwischen 11 und 15 Uhr steil am Himmel steht und die UV-Belastung besonders hoch ist, heißt es: raus aus der direkten Sonne und Schatten suchen! Fehlt es an natürlicher Beschattung oder gibt es keine Ausweichmöglichkeit, sollte man auf jeden Fall einen Hut oder eine Kappe mit breiter Krempe tragen, um Augen und Gesicht zu beschatten. Kinder sollten niemals ohne solche Kopfbedeckung in die Sonne. Zu beachten bleibt, dass auch Schatten keinen vollständigen UV-Schutz bieten kann. Etwa 50 % der UV-Strahlen können durch Bäume, Sonnenschirme oder Markisen abgefangen werden. Durch Reflexionen und Umgebungsstrahlung ist man jedoch weiterhin einem nicht unerheblich Teil der UV-Strahlung ausgesetzt. Folglich dürfen auch alle anderen möglichen Schutzmaßnahmen nicht vernachlässigt werden.

  Textiler Sonnenschutz

Textilien können UV-Strahlung wirkungsvoll abschirmen. Ein luftiges T-Shirt oder Hemd, Sonnenhut oder Kappe bieten guten Schutz. Wie effektiv dieser Schutz ist, hängt von Material und Dichte des Gewebes sowie der Farbtiefe ab. Der Schutzfaktor von Baumwolle, Viskose und Leinen ist beispielsweise kleiner als der von Nylon, Wolle oder Seide. Da mit reinem Augenschein nicht erkennbar ist, wie gut ein textiles Material vor schädlicher UV-Strahlung schützt, hat man für Sonnenkleidung den UV-Schutzfaktor USF (englisch UPF = Ultraviolet Protection Factor) eingeführt. Er kann, ähnlich wie der Lichtschutzfaktor bei Sonnencremes eine gute Orientierung bieten. Ein einfaches weißes Baumwollhemd verfügt z. B. über einen UPF von 10, dichte dunklere Baumwollkleidung erreicht Werte von ca. 20, spezielle Webkonstruktionen und UV-Strahlen absorbierende Chemiefasern ermöglichen bei speziellen UV-Schutztextilien aber sogar UPF-Werte von bis zu 80.

Die führenden europäischen Anbieter von Sonnenschutztextilien lassen ihre Produkte nach dem UV-Standard 801 von neutralen Prüfinstituten unter Gebrauchsbedingungen untersuchen. D. h., Parameter wie Durchnässung, Dehnung, Abrieboder Pflege werden berücksichtigt. Auf diese Weise ist eine realistische Beurteilung der UV-Schutzwirkung eines Textilprodukts möglich, die als UV Protection Factor auf dem Label ausgewiesen wird. Auch bei Sonnenschirm und Strandmuschel variiert der Lichtschutzfaktor, abhängig vom verarbeiteten Material und der Farbe. Deshalb ist es sinnvoll, auch hier Produkte zu wählen, die nach dem UV-Standard 801 geprüft und mit dem entsprechenden Prüfsiegel ausgezeichnet sind.

Speziell für Kinder wird von verschiedenen Herstellern farbenfrohe Schutzkleidung angeboten, die ausdrücklich als Badebekleidung deklariert ist. Denn gerade beim Planschen und Schwimmen ist Sonnenschutz besonders wichtig, da durch die Reflexion des Wassers die Strahlungsintensität in und um Plansch- bzw. Schwimmbecken herum besonders intensiv ist.

Weitere Informationen zum textilen Sonnenschutz: www.uvstandard801.de

  Sonnencreme

Auf allen unbedeckten Körperstellen muss ein Sonnenschutzmittel aufgetragen werden und das, bevor man sich in die Sonne begibt. Die Produktpalette an Sonnencremes, -lotionen, -sprays, -gels ist riesig und unübersichtlich. Welche Unterschiede es gibt, worauf insbesondere beim Sonnenschutz von Kinderhaut geachtet werden sollte, haben wir für Sie in der Rubrik Sonnenschutzmittel zusammengestellt.